BMW R75       Wolfgang Ochendal

 

 

 

 

 

Der Motor

Bei der Restauration des Motors gibt es drei Problemgruppen: den Motorblock, die Kurbelwelle und die Zylinderköpfe. Diese Teile sind nicht als Neuteile zu kaufen und müssen deshalb mit recht hohem Arbeitsaufwand wieder instand gesetzt werden.

Motorblock

Dieser wird zuerst auf Risse untersucht und bei Bedarf geschweißt. (Nur möglich bei Blöcken bis Baujahr Mitte 1944, danach gab es zu viel minderwertiges Material im Aluminiumguß.)

Als nächstes werden alle Dichtflächen und die Anschraubfläche des Zündmagneten auf Ebenheit geprüft, ebenfalls die Maßhaltigkeit der Stösselbuchsen und des hinteren Kurbelwellenlagersitzes mit dem Steg. Eine Nacharbeit dieser Punkte ist wegen der erforderlichen hohen Präzision nur auf einem Bohrwerk möglich.
Darstellung des Ölumlaufs.

Zum Schluss wird die Zugfestigkeit der Gewinde getestet, (Aluminium versprödet im Laufe der Jahrzehnte) schlechte Gewinde werden ausgebohrt und mit Helicoil oder Ensatbuchsen repariert. Auf Wunsch wird der Block glasgestrahlt und gewaschen oder nur gewaschen.

Kurbelwelle

Nach dem Auseinanderpressen wird die Kurbelwelle genauestens vermessen. Häufig sind die Lagerstellen und Konen nicht mehr maßhaltig. Die betroffen Lagerstellen/Konen werden hart aufgechromt und geschliffen. Bei den Pleueln genügt ein Nachschleifen der Lauffläche der Lagerrollen (Verwendung Übermaßrollen) sowie ein Erneuern der Kolbenbolzenbuchse. Selbstverständlich werden auch Hubzapfen und Lagerrollenkäfig erneuert. Ist die Welle wieder verpresst, wird Sie auf Rundlauf (0,02 mm) und Umschlag (0,1 mm) gerichtet.
 

Zylinderkopf

 Häufigste Schäden sind zerstörte Auspuffgewinde (Aufschweißen und Gewinde neu schneiden), unebene Dichtflächen (Fräsen) und verschlissene Ventilführungen und Sitze (Umbau Bleifrei). Abgebrochene Rippen können auf Wunsch aufgeschweißt werden.

Vor der Montage des Motors werden noch die Nockenwelle (Nockenhöhe, Pittingbildung) und die Ölpumpenräder (Axialspiel, Lagerung, Zahnspiel) geprüft. Zylinder, die ein Bohrungsmaß von mehr als 79,5 mm haben oder ausgebuchst sind, gehören auf den Schrott. Ausgebuchste Zylinder brechen über dem Anschraubflansch ab, das Material ist in diesem Bereich zu schwach.

Die Schwungscheibe muss einen einwandfreien Konus zur Aufnahme der Kurbelwelle haben, und darf im eingebauten Zustand nicht mehr als 0,05 mm Schlag haben, die Führungsstifte dürfen seitlich nicht eingeschlagen sein. (Kupplung trennt nicht sauber) Alle restlichen Teile wie Lager, Simmerringe, Steuerräder, Lagerflansch, Nockenwelle (deaxial) und Kupplungsscheibe mit Federn sowie Kolben, Stössel, Stösselstangen, Kipphebellagerungen und Gummiteile werden durch Neuteile ersetzt.

 

Motor auf dem Prüfstand

Motor auf dem Prüfstand

Nach erfolgter Montage wird der Motor auf dem Prüfstand einem 1 stündigen Funktionstest unterzogen.


Darstellung des Ölumlaufs


Darstellung des Ölumlaufs

Der Motor


Der Motor

Einbau der Ölpumpe


Einbau der Ölpumpe