BMW R75       Wolfgang Ochendal

 

 

 

 

 

Der Radantrieb

Zum Ausgleich der verschiedenen Drehzahlen auf Hinterrad und Seitenwagenrad bei Kurvenfahrten wurde in den Radantrieb ein Ausgleichsgetriebe mit eingebaut. Das Ausgleichsgetriebe ist ein Stirnradgetriebe mit ungleicher Drehmomentverteilung. Es lässt sich sperren, um das Durchgehen eines Rades bei verschlammten Straßen sowie im Gelände zu verhindern.

Um die einwandfreie Funktion des Radantriebes wieder herzustellen, müssen nach dem Zerlegen alle Teile genauestens überprüft werden. Beim Radantriebsgehäuse wird das Gewinde für die Steckachse überprüft. Dieses wurde oft ausgebohrt und durch ein größeres normales Gewinde ersetzt. (Original Gewinde M 14 x 1,5 links.)

Ein weiterer Prüfpunkt ist die Dichtfläche für den hinteren Lagerdeckel. Dieser wurde vielfach mit ungeeigneten Werkzeugen abgehebelt, was schwere Beschädigungen der Dichtfläche zur Folge hatte. Die Lagersitze und Gewinde werden überprüft und gegebenenfalls instand gesetzt. Als nächstes wird das Ausgleichsgetriebe geprüft.

Verschleißerscheinungen treten hier an den Lagerbolzen der Stirnräder und an den Bronzebuchsen im Gehäuse auf, diese werden erneuert sowie alle Lager, Simmerringe, Teller- Kegelrad, die Antriebsglocken, die Gleitsteine der Sperre und das Antriebsrad mit Distanzstück.

Der Radantrieb

 

 

Legende

  1. Ausgleichsstirnrad
  2. Befestigungsschraube
  3. Sperrhebel
  4. Deckel für Hauptanschluß
  5. Ausgleichszwischenrad
  6. Schaltgabel für Sperre
  7. Innerer Deckel
  8. Mitnehmerglocke
  9. Mitnehmer für Seitenwagenantrieb
  10. Inneres Ausgleichsgehäuse
  11. Äußerer Gehäusedeckel
  12. Äußeres  Ausgleichs-Getriebegehäuse
  13. Rahmenrohr
  14. Mitnehmerrad
  15. Mitnehmer
  16. Nabe
  17. Antriebsrad
  18. Tellerrad
  19. Antriebskegelrad
  20. Lagerflansch
  21. Mitnehmer
  22. Gelenkwelle
  23. Mitnehmerrolle
  24. Rahmenrohr