BMW R75       Wolfgang Ochendal

 

 

 

 

 

Der Rahmen

 

Der Rahmen der BMW R75 war eine den Kriegserfordernissen entsprechend neue zerlegbare Konstruktion, bestehend aus 8 Teilen.

Warum ?

Bei einem Schaden am Rahmen brauchte die Maschine nicht komplett zerlegt werden. Das defekte Rahmenteil wurde ausgebaut und konnte mit einfachen Behelfsmitteln in der Feldinstandsetzung repariert oder durch ein Neuteil ersetzt werden. (Instandsetzung eines einteiligen Rahmens nur in Spezialwerkstatt möglich.)

Rahmen

 

Ein weiterer Vorteil war die Lagerhaltung. So brauchte z.B eine motorisierte Einheit nur 3 zerlegte Rahmen zu Ersatzzwecken. Aus diesen Teilen konnten Sie 10-12 Krafträder instandsetzen, falls bei jeder Reparatur nicht das gleiche Teil ausgewechselt werden musste.

Aus heutiger Sicht bereitet die Instandsetzung des Rahmens doch erhebliche Probleme. Meistens sind alle Rahmenteile erheblich verbogen, die Aufnahmebohrungen für die Steuerkopflagerschalen im Rahmenhauptrohr ausgeschlagen, die Verzahnungen für die Fußrasten schlecht. Nur ein Richten entsprechend den Maßen von BMW hat keinen Sinn. Der vorgerichtete Rahmen muss im zusammengeschraubten Zustand auf eine Rahmenrichtbank und noch einmal nachgerichtet werden.

Als letztes werden die leeren Gehäuse von Motor / Getriebe und Achsantrieb eingebaut und die Flucht der Kardanwelle überprüft. Desgleichen wird die Steckachse in den Hinterachsantrieb eingebaut. Sie muss sich von Hand leicht eindrehen lassen. Beim Verschrauben des Rahmens ist darauf zu achten, dass dieser nicht verspannt wird. Distanzscheiben am Knotenpunkt von Hauptrahmenrohr, Sattelstütze und Rahmenhinterteil nicht vergessen. Um die Lagersitze im Hauptrahmenrohr wiederherzustellen, wird dieses auf dem Bohrwerk ausgebohrt und auf Originalmaß ausgebuchst.

 

Rahmen auf Richtbank

Rahmen auf Richtbank

 

Prüfung des Rahmens mit allen Aggregaten

Prüfung des Rahmens mit allen Aggregaten